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Fischerstechen am Starnberger See
Das Fischerstechen ist ein über 500 Jahre alter Brauch. In München sind Fischerstechen im Jahre 1536 auf der reißenden Isar nachgewiesen. Auch am Starnberger See wurden schon früh Stechen veranstaltet; unter Kurfürst Ferdinand Maria gab es in der Zeit von 1651 bis 1979 die berühmten Prunkfeste am Starnberger See mit Fischerstechen, wie es Abbildungen aus dieser Zeit belegen.Nachgewiesen sind die Fischerstechen am Starnberger See seit 1784 in der Schilderung "Fest -u. Wettspiel der Würmseefischer" vom bayerischen Historiker Lorenz Westenrieder in der Beschreibung des Würmsees. Auch Ludwig Steub, der in Aichach geborene und in München lebende Rechtsanwalt und Reiseschriftsteller, berichtet 1860 in seiner Beschreibung "Das landwirtschaftliche Fest zu Starnberg" vom Fischerstechen. Im allgemeinen kulturellen Niedergang zur Jahrhundertwende 18./19. Jahrhunderts ging auch die Zeit der Seespiele zu Ende. Eine Wiederbelebung erfuhren sie durch Prinzregent Luitpold anlässlich der 1000-jährigen Erinnerung an den Tod des Markgrafen Luitpold, der 907 im Kampf gegen die Ungarn gefallen war. Der Prinzregent stiftete einen Wanderpokal aus Gold zum ersten Stechen im Jahre 1907, das der neu gegründete Volkstrachtenverein Starnberg durchführte. 1. Sieger und Fischerkönig war Mathias Hirn aus Ambach. Das 2. Stechen 1912 gewann wiederum Mathias Hirn. Ein dritter Sieg des Stechens war für Mathias Hirn wegen des 1. Weltkriegs nicht mehr möglich. Beim 3. Stechen, das 1929 statt fand, gab es keinen Sieger, da sich der Starnberger Finalteilnehmer Georg Wenzel so unglücklich verletzte, dass er nicht mehr weiterkämpfen konnte. Das Los lehnten er und sein Gegner Hans Huber (Ambach) ab. Erst 1950 gab es dann das 4. Fischerstechen im Rahmen der Gauheimattage. Ehrenprotektor war Konprinz Ruprecht v. Bayern, der auch selbst anwesend war. Sieger wurde Josef Hirn, der Sohn des 1. Fischerkönigs Mathias Hirn, der ihn zum Sieg ruderte. Der goldene Wanderpokal ging damit endgültig in den Besitz der Familie Hirn aus Ambach über. Neben dem Fischerstechen war bis 1967 ein Flachboot - Wettrudern Bestandteil der Spiele. Heute werden nur mit Mühe genügend Flachschiffe für das Stechen zusammengebracht. Das diesjährige Fischerstechen findet am 10. Juli ab 14.30 Uhr Strandbad Biergarten Lidl (unterhalb der St. Michaels Kirche in Seeshaupt) statt. Es wird wieder mit mehren Dutzend Teilnehmern gerechnet, die versuchen werden den Sieger des Vorjahres und Titelverteidiger Michael Muhr von seinem Thron ins Wasser zu stürzen und ihm den Pokal streitig zu machen. Michi Muhr hatte im letzten Jahr als Neueinsteiger beim Fischerstechen selbst alte Hasen “naß gemacht” und den begehrten Siegerpokal überraschend mit nach Hause genommen. Wahrscheinlich muss sich der “Muhri” in diesem Jahr “warm anziehen” oder besser gesagt einen “guten Stand haben”, denn dass ein Neuling das traditionelle Fischerstechen gewinnt ist das Eine, aber das dieser zwei Fischerstechen hintereinander gewinnt das können die alten Hasen nicht auf sich sitzen lassen. |
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